Kochkritik: Anna Jones – a modern way to cook

Anna Jones hat mit »a modern way to cook« (Mosaik Verlag, € 22,–)* ein modernes Juwel auf den Markt gebracht. Das zeigt sich schon bei der Gestaltung, die sich am Vorgänger »a modern way to eat« orientiert und durch einen wunderschönen Öko-Minimalismus auszeichnet. Das Apfelpapier, die fast skandinavisch wirkenden Fotos (von denen es gerne noch mehr geben dürfte) begeistern genauso wie die zeitgemäßen Rezepte: vegetarische und vegane Gerichte, die keine Verbote kennen und schnell nachzukochen sind.

Rezension Anna Jones - a modern way to cook
© Mosaik Verlag

Eine Bowl voll guter Zutaten

Striktes Low Carb, Superfoods oder sonstige Ernährungskulte werden nicht gepflegt, was nicht bedeutet, dass auf Chia-Samen, Hülsenfrüchte oder Nüsse verzichtet wird. Gerichte wie eine Avocado-Bohnen-Bowl, selbstgemachter Kichererbsentofu, Champignon-Cashew-Pizza oder Süßkartoffel-Ricotta-Gnocchi mit Mandelpesto geben Einblick in Anna Jones’ gesunde und junge Küche. Ob Samosas, Quesadillas mit weißen Bohnen oder knuspriger Zitronenreis mit Sesam und Pistazien: Die Gewürzkombinationen begeistern dabei über alle Ländergrenzen hinweg. Auch vegane Rezepte finden sich zuhauf im Buch und wirken nie als Verzicht, sondern immer als Genuss.

Anna Jones - Buddha Bowl
© Mosaik Verlag | Buddha Bowl

Entspannte schnelle Küche?

In der Alltagsküche muss es bei Anna Jones dieses Mal meist schnell gehen. Die Kapiteleinteilung zeigt sofort, was Sache ist: In 15, 20, 30 oder 40 Minuten soll der Teller gefüllt sein, ergänzt um eine Vorratsküche, Frühstücksideen und süße Glücklichmacher. Klingt gut! Leider liegt hier im Hause Lieblingsmahl aber eine kleine Stolperfalle: Stehen wir mit wütend knurrendem Magen in der Küche, wollen wir nicht mehr in einem Kochbuch blättern – nicht einmal in einem wunderschönen. Stattdessen verwerten wir, was sich im Kühlschrank findet. Haben wir hingegen Kochmuße und Zeit zu planen, darf es gerne etwas ausgefallener sein als Kräuteromelette, Sandwiches oder Erbsen-Kokos-Suppe. Den Blitzgerichten selbst ist nichts vorzuwerfen. Auch die einfacheren bleiben modern und scheinen solide aufgebaut. Nur lassen wir uns lieber von etwas opulenteren Werken verführen; abspecken kann man schließlich immer noch.

Anna Jones - One Pot Spaghetti
© Mosaik Verlag | One Pot Spaghetti

Nachgekocht und für gut befunden: One-Pot-Pasta

Süßes Extra

Einige Ideen für den Vorratsschrank sind uns etwas zu basic. Für eine selbstgemachte Gemüsebrühe schlagen wir kein Kochbuch auf, auch probiotische Kapseln werden wir in naher Zukunft für ein selbstgemachtes Kokosjoghurt nicht besorgen. Insgesamt enthalten die Extra-Kapitel aber Inspirationen satt. Besonders wenn es süß wird, ist das Schmökern – jetzt in der Fastenzeit – nur schwer zu ertragen. Süßkartoffel-Schokokuchen, Kokos-Rhabarber-Pannacotta und viele andere kratzen hart an der Selbstbeherrschung.

Also?

Dass wir schnelle und schlichte Gerichte eher in den Töpfen als in Kochbüchern genießen, kann man dem Buch nur bedingt vorwerfen. Wer Gerichte für eine stressige Woche gerne im Voraus plant und ein paar frische Ideen für die gesunde Basic-Küche sucht, wird sicher zuhauf fündig. Aber auch Kochprofis, Blogleser(inne)n und sonstigen Genießern bietet Anna Jones einige wunderbare moderne Inspirationen, weshalb sich »a modern way to cook« den Platz im häuslichen Kochbuchregal redlich verdient hat.

Rezension Anna Jones - a modern way to cook
© Brian Ferry

Kennt ihr Anna Jones’  »a modern way to eat«? Falls nicht, werft doch mal einen Blick in unsere Kochkritik hierzu! Oder seid ihr eher an den Blitzgerichten des neuen Buchs interessiert?

 

* Das Buch wurde uns freundlicherweise vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Vefügung gestellt.

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