Kochkritik: Anna Jones – A modern way to eat

Druckfrisch dürfen wir euch das Kochbuch von Anna Jones »A modern way to eat« (Mosaik Verlag, 19,99 €)* vorstellen. Die Autorin, die bei Jamie Oliver gelernt hat, zeigt undogmatisch mit 200 veganen und vegetarischen Rezepten, was moderne Küche bedeutet und wie sie dich jeden Tag glücklich macht.

Rezension A Modern Way to Eat von Anna Jones
© Mosaik Verlag

Wie sieht’s aus?

Riecht euer liebster Bioladen auch nach Holz, Mehl und Heimat? Was der Bioladen durch seinen Geruch schafft, machen bei diesem Kochbuch Optik und Haptik. Das Buch fühlt sich nach Natur an, wirkt fast minimalistisch, aber dabei hochwertig und ganz unangestrengt elegant. Wir sind verliebt.

Maßgeblich dazu tragen nicht nur die liebevollen modern-altmodischen Fotos bei, sondern auch das Papier: »A modern way to eat« wurde aus Apfelpapier hergestellt. Irre, oder?

Einziger Wermutstropfen: Leider ist das Buch eher textlastig und es findet sich nicht zu jedem Rezept ein Foto. Beim schnellen Durchblättern übersieht man so gerne tolle Gerichte.

Lieblingsrezepte?

Wo fangen wir da bloß an? Viel Gemüse, Korn aller Art und ein paar süße Sünden erfreuen vegane, vegetarische und sogar glutenunverträgliche Freunde und Freundinnen guten Essens. Die abwechslungsreiche Küche ist alles andere als langweilig, aber trotzdem meist einfach und schnell zubereitet. In allen Gerichten und Rezepten ist die Handschrift der Köchin zu spüren. Da kennt jemand sein Handwerk!

Neben der oft orientalischen Gewürznote mit Kreuzkümmel und Co. ist auch die englische Küche in vielen Rezepten zu schmecken. »Bunter Regenbogen Pie«, »Yorkshire Puddings mit Mohn und Sesam« und »Blondies mit Butterscotch-Schoko-Stückchen« sind nur einige Beispiele dafür.

Ein Highlight: In dem Buch finden sich grafisch umgesetzte Tipps, wie kleine und große Rezepte selbst entwickelt werden können. Das macht Lust, selbst kreativ zu werden!

Anna Jones modern way to eat Rezension
Dal mit knuspriger Süßkartoffel und schnellem Kokoschutney

Wer freut sich?

Zuallererst wir! Und natürlich alle, die jeden Tag aufs Neue mit der Frage konfrontiert sind: Was soll heute gekocht werden, das schnell zubereitet werden kann, aber trotzdem glücklich macht? Mit etwas Kocherfahrung können die kleinen und großen Gerichte auch leicht abgeändert werden, sodass statt Grünkohl Spinat auf den Tisch kommen oder Kürbis durch Süßkartoffel ersetzt werden kann.

Rezension A modern way to eat
Walnuss-Majoran-Pesto mit Radicchio

Wer freut sich nicht?

Wer mit würziger Querbeet-Länderküche nichts anfangen kann und gezielt nach Alternativen sucht, wie man traditionelle Fleischgerichte z.B. durch Sojagerichte vegetarisieren oder veganisieren kann, wird nicht fündig. Auch wer alles, was nach bio aussieht, lieber im Regal stehen lässt und in Kochbüchern keine Lust auf Text hat, wird sich mit dem Buch wahrscheinlich schwertun. In beiden Fällen verpasst du aber auf jeden Fall etwas!

Kürbis Ofen
Ofenkürbis im Saatenmantel mit Za’tar

Also?

Natürlich müssen noch mehr Rezepte probiert und Teller geleert werden, bis wir ein abschließendes Urteil über »A modern way to eat« geben können. Und genau darauf haben wir große Lust! Zwar sind nicht alle Rezepte große abend- und bauchfüllende Gerichte, doch auch die kleinen Ideen erfreuen uns und peppen den Kochalltag im Hause Lieblingsmahl derzeit auf.

Konnten wir euch mit unserer Begeisterung anstecken? Dann schaut doch mal auf Anna Jones‘ Website vorbei.

Anna Jones modern way to eat Rezension

* Der Verlag hat uns freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies beeinflusst selbstverständlich nicht unsere Beurteilung des Buchs.

6 Gedanken zu “Kochkritik: Anna Jones – A modern way to eat

  1. Hi!

    So ganz erschließen sich mir die ganzen Lobenshymnen auf das Buch nicht.

    Was mir gefällt sind die kleinen Tipps für nich mehr Ideen, um beispielsweise ein Pesto in andere Gerichte einzubinden. Auch die Step-by-Step-Rezepte (etwa für Salate) finde ich wunderbar. Die Rezepte an sich sind manchmal tatsächlich lecker, manchmal aber auch eher nur Durchschnittskost der vegetarischen Küche. Also gar nicht mal so kreativ, wie angekündigt.

    Auch die Liste der veganen Gerichte ist etwas zu kurz. Öfters mal kann man den Mini-Klecks Ricotta weglassen und es ist dann vegan – aber das Gericht findet sich nicht im Register wieder. Zumal Piktogramme an den Rezepte wahre Helferlein wären. So ist nur Lesen der Zutaten oder im Register nachlesen angesagt. Schade.

    Das Papier und die Fotos dagegen überzeugen. Auch die kleineren Geschichten der Autorin, wobei ihr Sprachgebrauch zum Teil etwas ’nervt‘: typisch Shootingstar in der Küche verwendet sie unglaublich viele Adjektive, um die Gerichte zu umschreiben. ‚Cremig‘ konnte ich irgendwann nicht mehr hören…

    Es ist durchaus ein schönes Kochbuch, in dem man auch gut schmökern kann. Eleganter Minimalismus pur. Aber die Revolution der Geschmacksknospen und der ’neue Dreh der vegetarischen Küche‘ (siehe Rückseite) bringt es nicht.

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    1. Lieber Michael,

      offensichtlich gilt nicht nur für das Essen selbst, sondern auch für Kochbücher, dass sie vor allem Geschmacksache sind. :-)

      Ich mag an den Rezepten gerne, dass sie keine klassische Einsteiger-Veggieküche sind, trotzdem gut umsetzbar sind, schmecken und sich – wie du auch schreibst – problemlos abwandeln lassen. Was die große Revolution der Geschmacksknospen angeht, gebe ich dir recht: Aber kann es diese Superlative bei alten Kochhasen überhaupt noch geben? Wenn man ein bisschen in der Bloggerwelt unterwegs ist, haut einen eben nichts mehr so leicht aus den Socken. ;-)

      Ach so, ein bisschen cremiges Marketing ist bei der Aufmachung natürlich zu spüren. Ich kenne da aber ein paar sehr viel aufdringlichere Exemplare im Kochbuchregal und gönne Anna Jones deshalb den Shootingstar-Status von Herzen. :-)

      Liebe Grüße
      Caroline

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